Lamole in Chianti, Toskana

 
























Castello di Lamole :: Schloss Lamole








Schon mindestens seit dem Jahr 1000 überragt das Schloss Lamole auf einem Felsvorsprung das Tal des Flusses Greve, gleich neben der heutigen Straße, die von Greve nach Lamole führt, und vor dem Berg San Michele und dem Sieneser Gebiet um Radda. Obwohl das Schloss Lamole eine strategisch wichtige Position bei die Verteidigung der Grenze zwischen den Gebieten von Florenz und Siena erfüllte, gingen seine historischen Ursprünge in der düsteren Epoche zwischen dem 10. und dem 12. Jahrhundert unter. Dieser Zeit folgte das mittelalterliche Phänomen der "incastellamento" (Befestigung) dörflicher Ansiedlungen, was dazu führte dass auch andere ähnliche Siedlungen das Schicksal des Schlosses teilten. Das Schloss hat eine elliptische Form mit einer Peripherie von ca. 600 Metern, wobei der Großteil seiner Originalmauern schon seit langer Zeit in die der umgebenden Häuser übergehen. Die Ruinen der alten Mauern sind heute nur noch auf der Nordwest-Seite zu sehen. Durch das Dorf führen zwei enge Straßen, die drei winzige Plätze miteinander verbinden.

Das Schloss Lamole im Mittelalter

Im Jahre 1250 wurde das Schloss Lamole Sitz der Stadt Lamole und ein Teil des Val di Greve-Bunds, Nachkomme des alten Chianti-Bunds, der gegenüber Florenz die Verantwortung für die Kontrolle und die Verteidigung der Chianti-Region trug. Im 14. und 15. Jahrhundert stellte das Schloss Lamole, neben der Burg von Panzano, vermutlich eines der wichtigsten militärischen Zentren der Region dar. Die zwei Festungen waren von ähnlicher Struktur und setzten sich aus einer um eine Reihe von bedeutenden Gebäuden herum befestigten Siedlung zusammen. Auch die Haupteingänge waren ähnlich und die Art der Turmhäuser war in beiden Fällen von einer typisch mittelalterlichen Architektur geprägt. Das Hauptportal des Schlosses Lamole, das hinsichtlich der Größe und der verarbeiteten Steine dem der Burg Panzano gleicht, wurde im Inneren der Burg gefunden und bedarf einer Restaurierung.
 

Das Schloss Lamole während der Renaissance

In einem florentinischen Dokument vom 23. August 1478 ist belegt, dass das Schloss Lamole im Zuge des Vormarsches der aragonesischen Truppen gegen die Sienesen erobert und niedergebrannt wurde. Nachdem Florenz den Krieg gegen Siena gewonnen hatte, wurde es wieder aufgebaut und erneut zu einem wichtigen Bestandteil der florentinischen Herrschaft über die Region. Das gesamte 16. Jahrhundert hindurch erfüllte das Schloss unter der Feudalherrschaft der  Medici eine verwaltende Funktion. Als seine militärische Bedeutung mit der endgültigen Unterwerfung von Siena verblasste, wurden die Türme und "luxuriösen Häuser" des Schlosses in Bauernhäuser umfunktioniert und erhielten somit ihr heutiges Aussehen.

Auf den mittelalterlichen Strukturen wurden im Laufe der Zeit neue Gebäude errichtet. Die Ruinen der im Krieg niedergerissenen Wehrmauern wurden abgebaut und die Steine für den Bau anderer Häuser verwendet. Die steilen Hänge unterhalb des Schlosses sind heute terrassenförmig angelegt und werden zum Anbau von Wein, Olivenbäumen und Schwertlilien genutzt. Das Holz und die Früchte der Kastanienwälder stellen eine weitere wichtige wirtschaftliche Quelle der Region dar.

Das Schloss Lamole in modernen Zeiten

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs kam es in ganz Italien, und so auch in der Chianti-Gegend und der Region von Lamole, zu einer gewaltigen Landflucht und im Zuge dieser Entwicklung standen bald zahlreiche Häuser und Bauernhöfe auf dem Land leer. In den 1970ern kaufte der Ingenieur Vincenzo Marasco große Teile des Schlosses Lamole und begann damit, es zu restaurieren. Im Zuge dieser Restaurierungsarbeiten kamen zahlreiche interessante Teile des Schlosses zum Vorschein, einschließlich ein mittelalterliches Fenster, in dem ein Sitz integriert ist, und das Hauptportal. Das Schloss befindet sich auch heute noch größtenteils im Besitz der Nachkommen von Vincenzo Marasco, die es inzwischen für die Landwirtschaft nutzen und ein Schlossrestaurant eröffnet haben.

Elena Spolaor


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Züruck zur Lamole


























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